Keine Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen

 

Die Lauenburgische Seenplatte zeichnet sich durch eine einzigartige Natur in Norddeutschland aus. Der Naturpark Lauenburgische Seen hatte in der alten Bundesrepublik bis zur Wiedervereinigung die letzten Brutvorkommen von Kranichen und besaß zusammen mit weiteren Gebieten in Schleswig-Holstein die letzte Seeadlerpopulation in Westdeutschland. Durch den konsequenten und engagierten Schutz dieser Arten durch Naturschützer vor Ort konnten sich diese und andere bedrohte Arten aus dem Herzogtum Lauenburg wieder in angrenzende Landkreise und darüber ausbreiten. Seeadler und Kraniche können mittlerweile wieder an vielen Stellen in Norddeutschland beobachtet werden. Das Flöten der Kraniche gehört wieder zum Naturerlebnis in Schleswig-Holstein. 
Bisher war es gelungen, Seeadler, Kraniche, Weißstörche und andere Arten, die sensibel auf Windkraftanlagen reagieren und besonders kollisionsgefährdet sind, dadurch zu schützen, dass im Herzogtum Lauenburg und insbesondere im Naturpark Lauenburgische Seen nur in geringem Maße Windkraftanlagen gebaut wurden. Der Naturpark Lauenburgische Seen ist der älteste Naturpark Schleswig-Holsteins und der Drittgrößte in Schleswig-Holstein. Mit seinem Biotop- und Artenreichtum gehört er zu den 100 wichtigsten Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Von der Ostsee bis zum Erzgebirge erstreckt sich außerdem das „Grüne Band“ entlang der alten innerdeutschen Grenze, ein Verbund von für die Natur geschützten Flächen. Nach Ende der deutschen Teilung konnten durch den Einsatz engagierter Naturschützer entlang des früheren Todesstreifens Rückzugsgebiete seltener Arten und unverbaute Landschaften vor übereifrigem wirtschaftlichem Ausbau bewahrt werden. 
Der NABU im Herzogtum Lauenburg befürwortet den Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraftanlagen und Freiflächenphotovoltaikanlagen, um den Ausstieg aus der Atomenergie und der Kohleenergie zu ermöglichen. Die norddeutschen Bundesländer und insbesondere Schleswig-Holstein nehmen deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein- Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den durch Menschen verursachten Klimawandel. 
Dieser Ausbau darf aber nicht auf Kosten des Natur- und Artenschutzes erfolgen. Durch den Bau von Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen und anderen Gebieten im Herzogtum mit sensiblen Großvögeln besteht die große Gefahr, dass Kraniche, Seeadler und Weißstörche leiden und diese große Erfolgsgeschichten des Natur- und Artenschutzes zunichte gemacht werden. 
Der Ausbau der Windenergie im Herzogtum Lauenburg darf nicht auf Kosten der Naturschätze und auf Kosten dieser Vogelarten und vieler weitere Tierarten, z. B. Fledermäuse erfolgen!
Der NABU im Herzogtum Lauenburg -NABU Mölln, NABU Geesthacht, NABU Büchen- fordert daher, die schützenswerte Naturlandschaft mit ihren Großvögeln und vielen weiteren seltenen Arten im Naturpark Lauenburgische Seen und im Herzogtum Lauenburg zu erhalten und auf den Ausbau der Windenergie in diesem Refugium einzigartiger Natur zu verzichten.  

 

 Windenergie in Schleswig-Holstein

 

Unter dem nachfolgenden Link finden Sie das Positionspapier des NABU Schleswig-Holstein zur Windenergie (pdf, Stand: 6. Juli 2020).

 

→ Zum Positionspapier 

 

 

 

 

Die Bauhof-Linden in Mölln

 

Naturschutzverbände bekommen als Träger öffentlicher Belange lt. § 63 Bundesnaturschutzgesetz und § 4 Baugesetzbuch die Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Einsicht in die einschlägigen Sachverständigengutachten, wenn in Natur und Landschaft eingegriffen wird.

 

Mit der Eingriffsregelung sollen negative Folgen (Beeinträchtigungen) vermieden und minimiert werden. Des Weiteren soll sichergestellt werden, dass nicht vermeidbare Eingriffe durch Maßnahmen des Naturschutzes ausgeglichen werden.

Wird bereits bebauter Raum verändert, gilt diese Eingriffsregelung nicht!

Eine Entscheidung zwischen Erhalt und Neupflanzung lässt sich selten vollständig zugunsten einer Seite treffen. Nach unseren Informationen ist der Standort für die Bestandsbäume langfristig eher ungünstig. Die Bäume stehen auf stark

schutthaltigem und stark verdichtetem Boden. Eine zusätzliche Schädigung erfolgt im Winter durch unvermeidlichen Salzeintrag über die Pflanzringe.

 

Die Entscheidung für eine Neupflanzung kann sogar als nachhaltiger erachtet werden, da die Lebensdauer der Bestandsbäume absehbar ist. Die Stadt plant, jüngere Bäume auf dem Bauhof unter standortgerechten Bedingungen als Ersatz zu pflanzen. Außerdem erfolgt die Bewirtschaftung des Möllner Stadtwaldes auf der Basis einer breiten wissenschaftlichen Erkenntnis nach den Prinzipien der zertifizierten naturgemäßen Waldwirtschaft.

 

Der NABU Mölln arbeitet seit Jahrzehnten im konstruktiven Austausch und bei Projekten mit der Stadt Mölln, Stadtgrün und dem Möllner Stadtwald zusammen, um die Natur in und um Mölln zu pflegen und zu erhalten.