Storchenschutz im Kreis Hzgt. Lauenburg

Brutsaison 2018 zufriedenstellend verlaufen

                     72 Jungstörche ausgeflogen

 

Brutverlauf 2018

 

Der erste Storch des Jahres wurde am 30.1. in Nusse auf dem Nest der Gärtnerei gesichtet, der zweite am 27.1. in Berkenthin und der dritte am 18.2. in Krüzen.

Auch in diesem Jahr erfolgte die Rückkehr der Störche über einen längeren Zeitraum.

In Langenlehsten erfolgte die Neubesetzung eines alten Standortes, nachdem der Mast im Frühjahr eine neue Plattform erhalten hatte. Hier wurden zwei Jungtiere aufgezogen.

Ein in Schweden beringter Storch wurde über einen längeren Zeitraum in Schulendorf beobachtet. Auch aus Güster wurde ein Storch mit einer schwedischen Nummer gemeldet.

In Siebenbäumen brütete das Storchenpaar wieder im Nest auf dem Schornstein.  

Ein verletzter Jungstorch aus Walksfelde wurde zur weiteren Pflege nach Eekholt gebracht. Er hatte sich eine Handschwinge gebrochen. Je nachdem wie der Bruch verheilen wird, entscheidet sich, ob der Vogel im Frühjahr freigelassen werden kann.

In Sahms und Kühsen fielen jeweils ein Altstorch aus, aber der verbleibende hat die Jungen erfolgreich aufziehen können.

Auch in diesem Jahr wurden in 56 von 166 im Kreis bekannten Nestern Störche aufgezogen. Nur in Gülzow wuchsen 4 Jungstörche heran, des weiteren jeweils 7x1-er, 14 x 2-er und 11 x 3-er Gelege. So brüteten neun Paare mehr als im Vorjahr, so dass insgesamt 34 (2017 - 27) Brutpaare erfolgreich 72 (2017 - 74) Jungtiere aufzogen. Fünf (2017 - 10) Paare hatten keinen Bruterfolg.

Im Tierpark Krüzen wurden auch in diesem Jahr erfolgreich 2 Jungstörche aufgezogen. Da die zwei Jungen als fütterungsabhängig gezählt werden, sind sie in der o. g. Statistik nicht mitgezählt.

Auch in diesem Jahr wurden die ersten Verluste aus Breitenfelde gemeldet, dort sind wieder drei Jungtiere umgekommen. Insgesamt sind in diesem Jahr 26 (2017 - 31) Tiere verendet.

 

Hilfsmaßnahmen 

 

Anfang Februar wurden einige Hilfsmaßnahmen durchgeführt. So erfolgten Neuaufsetzungen von Plattformen in Langenlehsten, Lauenburg sowie in Anker, wo das Nest abzustürzen drohte. In Lauenburg hatten Störche schon mehrmals auf dem Schornstein des Betonwerkes ein Nest aufgebaut und gebrütet. Um eine bessere Neststabilität zu erreichen, wurde mit Unterstützung der Lauenburger Feuerwehr eine Plattform aufgesetzt und befestigt. Diese Aktion konnte im letzten Jahr nicht durchgeführt werden, da die Bühne des angemieteten Hubwagens längenmäßig nicht ausreichte. In Alt-Mölln, Bälau, Horst, Kehrsen, Kittlitz, Klinkrade, Krummesse, Labenz und Schmilau wurden die Nester je nach Bedarf verkleinert und gereinigt. Diese Nester sind auch mit Füllmaterial für die neue Brutsaison ausgestattet worden.

Anfang August wurden Hilfsmaßnahmen in Koberg und Hamfelde durchgeführt. Die Masten dieser Nester befinden sich auf Feuchtgrünland, so daß, bedingt durch den trockenen Sommer beide Nester endlich mit einer Hebebühne angefahren werden konnten. Allerdings mußte in Hamfelde abgebrochen werden, da plötzlich aus der Mitte des Nestes Wespen aus einem verborgenen Nest heraus "angriffen".

Da es bis zum November keine gravierenden Regenfällen gab, wurden aufgrund der noch guten Bodenbedingungen weitere Hilfsmaßnahmen durchgeführt. In Hamfelde erfolgten nach dem Abbruch im August die Restarbeiten am Nest und in Basedow wurde die vorhandene Nistunterlage erneuert. Außerdem wurden in Kulpin, Duvensee, Hamwarde, Lütau, Krüzen, Witzeeze und Breitenfelde Ausbesserungen und Rückschnitte durchgeführt. In Labenz wurde der Nestrand vor der Neubefüllung noch mit Weide aufgeflochten.

Über das Jahr verteilt werden laufend Kontrollen der Nester sowie anfallende Reparaturen durchgeführt.

  

                   Datenerfassung der Störche

  

Weißstörche fallen unter das Artenschutzrecht! Daher ist es für die Datenerfassung nützlich, dem NABU nicht nur die Beobachtungsbögen zurückzusenden, sondern auch durch Eigenleistung erfolgte Maßnahmen mitzuteilen.

Hilfsmaßnahmen für Störche sind nur nach Absprache mit den Betreuern bzw. mit der Unteren Naturschutzbehörde, Abteilung Artenschutz, möglich. 

Die Mitarbeiter der Weißstorch AG des NABU Mölln bitten weiterhin darum, beringte Störche nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier zu melden, damit genug Zeit besteht, die Daten per Spektiv oder Fotografie ablesen zu können.   

Des weiteren sind jegliche Meldungen aus dem Kreis Hzgt. Lauenburg zum Thema Weißstorch willkommen. So werden nicht nur die Brut- und Ringdaten erfaßt, sondern auch Storchenansammlungen und so genannte Winterstörche. Es wäre nett, wenn die verteilten Beobachtungsbögen nach Abflug der Störche, in der Regel gegen Ende August, zurückgegeben werden. Alle aufgelaufenen Daten werden gesammelt und an das Michael-Otto-Institut im NABU in Bergenhusen weitergegeben, da sie dort nicht nur landes-, sondern auch bundesweit ausgewertet werden. Alle 10 Jahre findet zudem eine weltweite Auswertung statt. 

Die Storchenbetreuer des NABU Mölln bedanken sich für die Rücksendung der bei den Nestbesitzern verteilten Erfassungsbögen und freuen sich weiterhin über jegliche Meldungen aus dem Kreis Hzgt. Lauenburg zum Thema Weißstorch.

 

Der NABU Mölln bedankt sich auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Storchennestbesitzern, bei Privatleuten, Firmen und Feuerwehren des Kreises. Ein ausdrücklicher Dank gilt der Firma Manske Baumaschinen, Breitenfelde, für ihre  

Unterstützung der Schutzbemühungen.

 

Nestreinigung in Anker
Nestreinigung in Anker
Reinigen und verkleinern des Nestes in Stubben
Reinigen und verkleinern des Nestes in Stubben
Aufsetzen eines Dachreiters in Wangelau
Aufsetzen eines Dachreiters in Wangelau
Bau von Nistunterlagen Foto: NABU/Borck
Bau von Nistunterlagen Foto: NABU/Borck

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