Amphibienschutz in Mölln

Amphibienschutzzaun Mölln Hegesee                                        NABU/Borck
Amphibienschutzzaun Mölln Hegesee NABU/Borck

Seit dem Jahr 2010 wird in Zusammenarbeit mit dem Forst- und Grünflächenamt der Stadt Mölln zur Amphibienwanderzeit eine mobile Leiteinrichtung unterhalb des Wohnstiftes Augustinum parallel zum Hegesee betreut. Für die Hinwanderung zum Laichgewässer beträgt die Zaunlänge 550 m mit 25 Fangeimern und für die Rückwanderung 350 m mit 19 Eimern.  Die Zäune werden in den Morgen- und Abendstunden von Mitgliedern des NABU Mölln sowie Mitarbeitern des Uhlenkolkes kontrolliert, kartiert  und die Tiere sicher über die Straße getragen.

3223 Amphibien sicher über die Straße gebracht

Erdkröten auf dem Weg zum Laichgewässer.                               Foto: NABU/Borck

Mölln – Mai 2018

Diesjährige Amphibienwanderung am Hegesee abgeschlossen

 

In der Zeit vom 3. bis zum 19. April diesen Jahres haben die ehrenamtlichen Helfer des NABU Mölln und die Mitarbeiter des Naturparkzentrums Uhlenkolk wieder die Amphibienzäune am Hegesee unterhalb des Wohnstiftes Augustinum betreut. 

Durch die bis Ende März anhaltende Winterperiode mit Eis und Schnee setzten die Hauptwanderungen der Amphibien erst Anfang April ein und erstreckten sich vom 3. bis zum 19. April über einen kurzen Zeitraum von lediglich 16 Tagen.

 

Innerhalb dieses Zeitraumes wurden von den Helfern 3.223 zum Laichgewässer wandernde Amphibien am Zaun abgesammelt und sicher zum Gewässer gebracht. Dabei handelte es sich um 3.215 Erdkröten, 6 Grasfrösche, 1  Moorfrosch sowie 1 Kammmolch. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies  444 Tiere weniger.

Noch während der Hinwanderung zum Laichgewässer, wo  viele Amphibien noch am ablaichen waren, setzte bereits die Rückwanderung ein. Am hierfür parallel aufgestellten Folienzaun mit 20 Fangeimern fingen die Helfer 1.807 das Laichgewässer verlassende Tiere ab. Es wurden 1.645 Erdkröten und 159 letztjährige Gras- und 2 Moorfrösche sowie 1 Kammmolch erfaßt. Das sind zum Vorjahr 225 Rückwanderer mehr.

Insgesamt wurden 96 überfahrene tote Erdkröten identifiziert, das sind 2 weniger als im Vorjahr.

 

Witterungsbedingt wurde auch in diesem Jahr an zwei Nachmittagen die Zaunanlage kontrolliert und Tiere zum Laichgewässer getragen.

 

Positiv zu bewerten ist wieder, das während der Kontrollgänge sich einige Mitbürger der Stadt Mölln über das "Leben und Treiben der Amphibien" informierten und sich für unsere Mühe bedankten. Es wurden auch am Tage etliche Tiere von Passanten mit den Eimern über die Straße getragen, indem man die Fangeimer aus dem Erdloch herauszog. Leider wurden diese nicht wieder korrekt eingesetzt. Dabei wurden die Bodenanker des Folienzaunes gelockert, so daß Tiere unter der Folie hindurch laufen konnten.

Im kommenden Jahr wird der NABU entsprechende Hinweisschilder diesbezüglich aufstellen. 

Bedingt durch diese Aktivitäten fehlen somit auch einige Zahlen und verfälschen so das Gesamtergebnis.

 

Auch in diesem Jahr war es sinnvoll, die Zäune für die Hin- und Rückwanderung gleichzeitig aufzustellen. 

 

Das Abgehen der Zäune und leeren der Fangeimer beansprucht unter Umständen sehr viel Zeit, je nach Wanderaktivität sind pro Morgen- oder Abendkontrolle bis zu 4 Stunden von jeweils 2 Personen aufzuwenden. Bei feuchter Witterung sind die meisten Tiere unterwegs, so daß der Spitzenwert der Hin- und Rückwanderung bei ca. 1.000 Tieren liegen kann.

 

 

 

Blick in einen der Fangeimer.                                                      Foto: NABU/Borck  

Amphibieninfopunkt und Rundwanderweg  Grambek

Amphibieninfopunkt Grambek
Amphibieninfopunkt Grambek

Das Gebiet der Gemeinde Grambek beherbergt mit seinen unterschiedlichen Landschaftsräumen und Gewässerstrukturen eine Amphibienpopulation von landesweiter Bedeutung.

 

Dieses hat im Jahre 2006 dazu geführt, das durch ein Gemeinschaftsprojekt des Kreises Hzgt. Lauenburg als Baulastträger, der Gemeinde Grambek sowie der Amphibienschutzgruppe Grambek und dem NABU Mölln eine Amphibienleiteinrichtung errichtet wurde. Diese Anlage, bestehend aus 15 Querungstunneln und Leiteinrichtungen, bewahrt die zu den Laichgewässern an- und abwandernden Amphibien sowie diversen Kleinsäugern vor dem Straßentod.

 

Vorangegangene Kartierungen durch die beiden Gruppen in den Jahren 2000 bis 2006 belegten ein ungewöhnlich großes und artenreiches Amphibienvorkommen. So erstellte die Straßenbauabteilung des Kreises Hzgt. Lauenburg einen festen Amphibienleitzaun an der Kreisstrasse 68 zwischen Mölln und Grambek, der durch einige mobile Abschnitte ergänzt wurde.

 

 

Mitglieder des NABU Mölln betreuten in Absprache mit der UNB diese ca. 900 m lange Einrichtung in der Zeit von Februar bis einschließlich April in den betreffenden Jahren. Im Jahr 2002 wurde nicht nur die Hin-, sondern auch die Rückwanderung bis weit in den Juni hinein erfasst. Anhand der bis dahin über drei Jahre gesammelten Daten wurde im Auftrag der Kreisverwaltung Hzgt. Lauenburg ein Gutachten von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung mbH GFN, Christoph Herden, Kiel, erstellt, um genaue Erkenntnisse für eine Amphibienquerungsanlage zu erhalten.

 

In diesem Gebiet wurden 9 verschiedene Amphibienarten: Erd-, Knoblauch-, Kreuz- und Wechselkröte, Gras-, Grün- und Moorfrosch sowie Kamm- und Teichmolch und neben einigen Waldeidechsen aber auch Stier- und Ölkäfer gefunden.

Südlich der Ortslage fand man außerdem noch Bergmolch, Laubfrosch und Rotbauchunke.

 

Die Hauptwanderung erstreckte sich zwischen dem Motorsportgelände auf der östlichen Straßenseite der K 68 sowie der Deponie und dem Teichgelände auf der anderen Seite der Straße: Dort kommen die Tiere zu einem Großteil aus ostseitig der Straße liegenden, angrenzenden Waldgebieten, von Sander- und z. T. brachliegenden Landwirtschaftsflächen. Auf der Westseite befinden sich 13 auf Privatgrund liegende Fischteiche sowie 1 Gemeindeteich unterschiedlicher Ausprägung, die die Tiere als Laichgewässer nutzen.

 

Südlich der Gemeinde Grambek befindet sich ein weiteres, aus 44 Teichen bestehendes Gebiet, das in die Natura 2000-Meldungen aufgenommen wurde. In der Liste wird darauf hingewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Gebieten besteht. Lt. unseren Informationen soll dieses gesamte Amphibienvorkommen das größte und artenreichste in Schleswig-Holstein sein.

 

Es wurde dann in den Jahren 2008 und 2009 jeweils eine Effizienzkontrolle des Bauwerkes durchgeführt, die eine positive Funktion belegen.

 

Da wir seinerzeit beim Bau der Anlage zusicherten, dieses Thema einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, hat der NABU Mölln als Projektträger in Absprache mit Land, Kreis und der Gemeinde Grambek einen Informationspunkt in der Gemeinde, verbunden mit einem kleinen Rundwanderweg, installiert.

 

Dieses Projekt wurde mit Hilfe der Umweltlotterie BINGO realisiert. 

Machen Sie uns stark

Online spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr