Amphibienschutz in Mölln

Amphibienschutzzaun Mölln Hegesee                                        NABU/Borck
Amphibienschutzzaun Mölln Hegesee NABU/Borck

Seit dem Jahr 2010 wird in Zusammenarbeit mit dem Forst- und Grünflächenamt der Stadt Mölln zur Amphibienwanderzeit eine mobile Leiteinrichtung unterhalb des Wohnstiftes Augustinum parallel zum Hegesee betreut. Für die Hinwanderung zum Laichgewässer beträgt die Zaunlänge 600 m mit 28 Fangeimern und für die Rückwanderung 400 m mit 20 Eimern.  Die Zäune werden in den Morgen- und Abendstunden von Mitgliedern des NABU Mölln sowie Mitarbeitern des Uhlenkolkes kontrolliert, kartiert  und die Tiere sicher über die Straße getragen.

2572 Amphibien sicher über die Straße gebracht

Erdkröten auf dem Weg zum Laichgewässer.                               Foto: NABU/Borck

Mölln – Mai 2019

Diesjährige Amphibienwanderung am Hegesee abgeschlossen

 

In der Zeit vom 2. März bis zum 23. April diesen Jahres haben die ehrenamtlichen Helfer des NABU Mölln und die Mitarbeiter des Naturparkzentrums Uhlenkolk wieder die Amphibienzäune am Hegesee unterhalb des Wohnstiftes Augustinum betreut. 

Bereits Mitte Februar wurden die ersten zum Laichgewässer wandernden Amphibien gesichtet, so dass der Amphibienzaun schon ab dem 25. Februar aufgebaut wurde. Die Hauptwanderung der Amphibien begann dann am 3.März und sollte in diesem Jahr bis zum 23.April dauern.

 

Innerhalb dieses Zeitraumes wurden von den Helfern 2.572 zum Laichgewässer wandernde Amphibien am Zaun abgesammelt und sicher zum Gewässer gebracht. Dabei handelte es sich um 2.565 Erdkröten, 5 Grasfrösche sowie 2 Grünfrösche . Im Vergleich zum Vorjahr waren dies  651 Tiere weniger, was unter Umständen mit der Trockenheit und dem dadurch entstandenen Mangel an Nahrung im Vorjahr zu tun hat.

Noch während der Hinwanderung zum Laichgewässer, wo  viele Amphibien noch am ablaichen waren, setzte bereits die Rückwanderung ein. Am hierfür parallel aufgestellten Folienzaun mit 20 Fangeimern fingen die Helfer 720 das Laichgewässer verlassende Tiere ab. Es wurden 713 Erdkröten und 7 Grasfrösche erfasst. Das sind zum Vorjahr 1087 Rückwanderer weniger.

Insgesamt wurden 91 überfahrene tote Erdkröten identifiziert.

 

Positiv zu bewerten ist, das während der Kontrollgänge sich immer wieder Mitbürger der Stadt Mölln über das "Leben und Treiben der Amphibien" informieren und sich für unsere Mühe und Arbeit bedanken. 

Auch in diesem Jahr war es sinnvoll, die Zäune für die Hin- und Rückwanderung gleichzeitig aufzustellen.

 

Das Abgehen der Zäune und leeren der Fangeimer beansprucht unter Umständen sehr viel Zeit, je nach Wanderaktivität sind pro Morgen- oder Abendkontrolle 1 bis 4 Stunden von jeweils 2 Personen aufzuwenden. Bei feuchter Witterung sind die meisten Tiere unterwegs, so daß der Spitzenwert der Hin- und Rückwanderung bei ca. 1.000 Tieren liegen kann.

 

 

 

Blick in einen der Fangeimer.                                                      Foto: NABU/Borck  

Amphibieninfopunkt und Rundwanderweg  Grambek

Amphibieninfopunkt Grambek
Amphibieninfopunkt Grambek

Das Gebiet der Gemeinde Grambek beherbergt mit seinen unterschiedlichen Landschaftsräumen und Gewässerstrukturen eine Amphibienpopulation von landesweiter Bedeutung.

 

Dieses hat im Jahre 2006 dazu geführt, das durch ein Gemeinschaftsprojekt des Kreises Hzgt. Lauenburg als Baulastträger, der Gemeinde Grambek sowie der Amphibienschutzgruppe Grambek und dem NABU Mölln eine Amphibienleiteinrichtung errichtet wurde. Diese Anlage, bestehend aus 15 Querungstunneln und Leiteinrichtungen, bewahrt die zu den Laichgewässern an- und abwandernden Amphibien sowie diversen Kleinsäugern vor dem Straßentod.

 

Vorangegangene Kartierungen durch die beiden Gruppen in den Jahren 2000 bis 2006 belegten ein ungewöhnlich großes und artenreiches Amphibienvorkommen. So erstellte die Straßenbauabteilung des Kreises Hzgt. Lauenburg einen festen Amphibienleitzaun an der Kreisstrasse 68 zwischen Mölln und Grambek, der durch einige mobile Abschnitte ergänzt wurde.

 

 

Mitglieder des NABU Mölln betreuten in Absprache mit der UNB diese ca. 900 m lange Einrichtung in der Zeit von Februar bis einschließlich April in den betreffenden Jahren. Im Jahr 2002 wurde nicht nur die Hin-, sondern auch die Rückwanderung bis weit in den Juni hinein erfasst. Anhand der bis dahin über drei Jahre gesammelten Daten wurde im Auftrag der Kreisverwaltung Hzgt. Lauenburg ein Gutachten von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung mbH GFN, Christoph Herden, Kiel, erstellt, um genaue Erkenntnisse für eine Amphibienquerungsanlage zu erhalten.

 

In diesem Gebiet wurden 9 verschiedene Amphibienarten: Erd-, Knoblauch-, Kreuz- und Wechselkröte, Gras-, Grün- und Moorfrosch sowie Kamm- und Teichmolch und neben einigen Waldeidechsen aber auch Stier- und Ölkäfer gefunden.

Südlich der Ortslage fand man außerdem noch Bergmolch, Laubfrosch und Rotbauchunke.

 

Die Hauptwanderung erstreckte sich zwischen dem Motorsportgelände auf der östlichen Straßenseite der K 68 sowie der Deponie und dem Teichgelände auf der anderen Seite der Straße: Dort kommen die Tiere zu einem Großteil aus ostseitig der Straße liegenden, angrenzenden Waldgebieten, von Sander- und z. T. brachliegenden Landwirtschaftsflächen. Auf der Westseite befinden sich 13 auf Privatgrund liegende Fischteiche sowie 1 Gemeindeteich unterschiedlicher Ausprägung, die die Tiere als Laichgewässer nutzen.

 

Südlich der Gemeinde Grambek befindet sich ein weiteres, aus 44 Teichen bestehendes Gebiet, das in die Natura 2000-Meldungen aufgenommen wurde. In der Liste wird darauf hingewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Gebieten besteht. Lt. unseren Informationen soll dieses gesamte Amphibienvorkommen das größte und artenreichste in Schleswig-Holstein sein.

 

Es wurde dann in den Jahren 2008 und 2009 jeweils eine Effizienzkontrolle des Bauwerkes durchgeführt, die eine positive Funktion belegen.

 

Da wir seinerzeit beim Bau der Anlage zusicherten, dieses Thema einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, hat der NABU Mölln als Projektpartner in Absprache mit Land, Kreis und der Gemeinde Grambek einen Informationspunkt in der Gemeinde, verbunden mit einem kleinen Rundwanderweg installiert.

 

Dieses Projekt wurde mit Hilfe der Umweltlotterie BINGO realisiert. 

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